Anlagenbau: Vorstellung der verschiedenen Anlagentypen

Anlagenbau: Vorstellung der verschiedenen Anlagentypen

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die verschiedenen Anlagetypen mit ihren Vor- und Nachteilen vorstellen. Zunächst gehen wir auf die klassische Teppichbahn und die Plattenbauweise ein. Anschließend stellen wir Ihnen die offene Spantenbauweise und die Bauweise in Modulen und Segmenten vor.

Für den Modelleisenbahner gibt es die verschiedensten Ansätze eine Anlage aufzubauen. Grundsätzlich richtet sich die Art der Anlage vor allem am vorhandenen Platz und am handwerklichen Können des Modelleisenbahners aus.

Für die meisten Modelleisenbahner beginnt das Spielen mit der Eisenbahn im Kindesalter. Da in diesem Alter der Fokus auf dem Spielen und nicht auf dem Landschaftsbau liegt wird die Anlage in der Regel auf dem Teppich aufgebaut. Für diese Art der Modellbahn eignen sich vor allem die robusten Bettungsgleise der Firma Märklin/Trix. Das sogenannte C-Gleis ist für Gleich- und Wechselstromfahrer verfügbar und ist auch bei erwachsenen Teppichbahnern sehr beliebt. Anregungen finden Sie in den bekannten Internetforen wo sich begeisterte Teppichbahner über Ihre neuesten Gleispläne und Modellanschaffungen austauschen.

Die Vorteile dieser „Modellbahn“ liegen in der Flexibilität. Im Gegensatz zu einer fest installierten Modellbahn wird auf dem Boden kein separater Hobbyraum benötigt und der Gleisplan kann bei jedem Aufbau verändert werden. Außerdem lässt sich die Anlage an den wachsenden Fuhrpark jederzeit anpassen. Manche Modelleisenbahner wagen sogar den Aufbau einer Bodenbahn im heimischen Garten.

Als Nachteil der Teppichbahn ist in jedem Fall die Position am Boden zu nennen. Die teuren Modelle sind auf dem Boden nicht vor Staub und versehentlichen Tritten geschützt und können nicht auf Augenhöhe betrachtet werden. Außerdem sorgen das Sitzen und Liegen auf dem Boden auf Dauer für Rückenbeschwerden.

Eine andere Variante eine Modellbahn aufzubauen ist die klassische Eisenbahnplatte. Dazu wird eine Holzplatte in beliebigen Maßen mit Beinen versehen und aufgestellt. Auf der Platte werden dann die Schienen verlegt und Häuser aufgestellt.

Die Vorteile bei diesem Anlagentyp liegen in der Einfachheit der Bauweise. Auf der Platte können Einsteiger und junge Modellbahner ohne großes handwerkliches Geschick eine fahrbereite Anlage aufbauen.

Die Nachteile dieses Anlagentyps offenbaren sich beim Geländebau von Bergen und bei der Verkabelung von Signalen, Lampen und Weichenantrieben, weil für die Kabel jeweils ein Loch in die Platte gebohrt werden muss. Der Bau von Steigungs- und Gefälltestrecken ist ebenfalls eine Herausforderung bei einer Plattenanlage.

Die Modellbau Profis bauen ihre Anlagen in der offenen Spantenbauweise. Zunächst wird ein Holzrahmen gebaut und mit Spanten in Quer- und Längsrichtung versehen. Die Gleise und Straßen werden auf sogenannten Trassenbrettern verlegt und an den Spanten fixiert. Die Zwischenräume können mit einem Drahtgeflecht und Gipsbinden geschlossen und modelliert werden.

Die Unterkonstruktion in offener Spantenbauweise ist zwar aufwändig im Aufbau, ist jedoch sehr stabil und bietet zahlreiche Möglichkeiten für den hochwertigen Anlagenbau. Der Unterbautyp lässt Steigungs- und Gefällestrecken zu und ermöglicht den Anlagenbau auf mehreren Ebenen.

Ein anderer Ansatz ist es eine Modelleisenbahn in Teilen aufzubauen. Dabei wird zwischen der Modul- und der Segmentbauweise unterschieden.

Bei der Segmentanlage wird die Anlage in sogenannte Segmente eingeteilt und stückweise gebaut. Die Anlagenteile bleiben jedoch immer in der selben Reihenfolge und können nicht vertauscht werden. In der Regel haben die Segmente unterschiedliche Abmessungen und werden an die Gegebenheiten der Modellbahn und des Raumes angepasst.

Bei der Modulanlage werden die Module nach streng geregelten Normen gebaut. Im Gegensatz zu den Segmenten sind die Maße strikt geregelt, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Die Module werden außerdem so gestaltet, dass sie mit anderen Modulen beliebig kombiniert werden können. Die strengen Vorschriften wirken für den Einsteiger oftmals abschreckend und stellen sehr hohe Anforderungen an das handwerkliche Können, da nur exakt nach Normen gebaute Module am Ende mit anderen kombiniert werden können.

Zwei bekannte und etablierte Modulnormen sind die Module nach FREMO– und nach Nord Modul Norm. Hinter den genannten Normen stecken jeweils Eisenbahnvereine, die die Normen entwickelt haben und regelmäßige Modultreffen organisieren. Bei den Treffen nehmen verschiedene Modellbahner mit ihren Modulen teil, sodass Anlagen entstehen die eine ganze Turnhalle ausfüllen.

Zu den Vorteilen der Modul- und Segmentbauweise gehören:

  • Anlage kann schrittweise gebaut und an den vorhandenen Platz angepasst werden
  • Die Module/Segmente können an unterschiedlichen Orten gebaut (zum Beispiel im Garten bei Sonnenlicht) und gelagert werden
  • Module die nicht mehr gefallen können ausgetauscht werden
  • Die Anlage kann flexibel auf- und abgebaut werden und braucht keinen dauerhaften Platz
  • Teilnahme an großen Modultreffen möglich

Nachteile der Modul- und Segmentbauweise:

  • Modulübergänge müssen optisch kaschiert werden
  • Module müssen präzise gebaut werden, damit die Gleisübergänge gefahrlos befahren werden können
  • Kurven und Weichenstraßen sollten nicht auf Modulübergängen liegen
  • Module mit Oberleitung sind schwierig zu realisieren
  • Gefahr von Transportschäden

Für welchen Anlagentyp Sie sich entscheiden richtet sich letztlich auch nach Ihren persönlichen Präferenzen und Vorstellungen. Wir hoffen, dass wir Ihnen einen kurzen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten des Anlagenbaus geben konnten.

Wenn Sie besonders schnell eine eigene Anlage aufbauen möchten, dann können wir Ihnen die Fertiggelände von der Firma NOCH empfehlen. Die Geländeplatten sind bereits vollständig strukturiert und müssen nur noch mit Gleisen und Landschaftsausgestaltung veredelt werden. NOCH Fertiggelände sind in den Maßstäben N/Z in unserem Shop erhältlich. Wenn Sie sich für eine Fertiglandschaft in H0 interessieren, dann hilft Ihnen unsere Hotline gerne unter der Telefonnummer 05231 9807123 weiter. Sie können uns auch über unser Kontaktformular erreichen.

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