Mit diesen 5 Schritten wird Ihre Anlage realistischer!

Sie haben mit dem Bau Ihrer Modellbahnanlage begonnen – die Gleise liegen und die Züge fahren. Aber die Anlage sieht noch nicht so aus, wie Sie es geplant haben. Es wird Zeit für etwas mehr Realität!

Wie Sie vielleicht wissen, sind es meist die kleinen Details, die eine Modellbahn realistisch erscheinen lassen. Denken Sie an detaillierte Figuren und an gealterte Gebäude und Züge.

Um diesen Prozess zu vereinfachen und Ihnen ein paar Ideen zu geben, finden Sie in diesem Beitrag 5 Schritte mit denen Sie auch ohne spezielle Kenntnisse oder viel Budget, Ihre Anlage realistischer gestalten können.

Die Basis einer realistischen Modellbahnanlage

Mehr Realität auf der Anlage erreichen Sie durch Vorbildstudien. Sehen Sie sich den Zugverkehr in Ihrer Umgebung genau an und bilden Sie Ihn so gut wie möglich nach.

Was Ihnen direkt auffallen wird, sind zum Beispiel der Rost auf den Gleisen und der Schmutz auf der Lokvorderseite.

Rostige Gleise und Schmutzige Züge

Solche Details auf Ihrer Anlage erschaffen die gewünschte Realität. Dabei müssen Sie auch bedenken, ob Sie eine Sommer- oder Winterlandschaft erschaffen möchten.

Entlang der Gleise: Sommerlandschaft und Winterlandschaft als Vorbild für Modellbahn

Hier macht sich Konsequenz bezahlt: in einer Sommerlandschaft stehen Figuren ohne dicke Winterjacken. Im Winter aber schon! Aber dann haben Sie dort auch kahle Bäume und Sträucher, vielleicht hier und da noch etwas Schnee auf den Dächern oder Pfützen auf der Straße.

Figuren mit Winterbekleidung [Preiser 14037]
Figuren in Sommerbekleidung [Preiser 79230]

Schritt 1: Die Gleise

Natürlich springen vor allem die Gleise beim Betrachten der Anlage sofort ins Auge. Die meisten Schienenteile sehen neu aus der Verpackung nicht sehr realistisch aus. Vor allem nicht, wenn es sich um Schienen mit Gleisbettung aus Plastik handelt. Hier lohnen sich die Mühen für kleine Verbesserungen:

1. Auch wenn Sie auf Ihrer Anlage Schienen mit Plastikgleisbettung haben, verbessern Sie die realistische Wirkung, indem Sie Bettung (erneut) anbringen. Das Material hierfür gibt es fertig zu kaufen. Wenn Sie auch die Seiten der Plastikgleisbettung mit dem Material bekleben, wirken die Gleise gleich viel realistischer.

2. Neben abgepacktem Gleisschotter können Sie auch eine kleine Kieselsorte oder Bauschutt verwenden. Auch getrockneter und lose zerkrümelter Kaffeesatz lässt sich verarbeiten, aber achten Sie darauf kein Feuchtigkeit absorbierendes Material zu benutzen, wie Katzenstreu.

3. Achten Sie darauf, dass der Schotter nicht bis zum oberen Rand der Schienen kommt. Die Schwellen, vor allem die aus Holz, liegen auf dem Gleisbett. Sollten Sie drin liegen, passiert es schneller, dass das Holz durch Feuchtigkeitseinwirkung verrottet.

4. Das Einschottern können Sie mit einem Fläschchen oder einem sogenannten Schotterverteiler vornehmen. Danach ebnen Sie die losen Steinchen mit einem Pinsel.

5. Der Schotter bleibt wo er hingehört, wenn Sie ihn mit verdünntem Holzleim, oder noch besser, Buchbinderleim, überziehen.
Die flexibleren Kleber von Woodland Scenic oder Heki und Weinert verhindern Vibration, weil der Kleber weniger hart wird. Der ausgehärtete Holzleim macht den Unterbau zum Klangkasten, sodass das Geräusch der vorbeifahrenden Züge oft sehr stört.

6. Zudem sind die Gleisstäbe im Vorbildbetrieb so ziemlich immer rostig rundherum, nur die Oberseite der Gleise, die mit den Rädern der Züge in Kontakt ist, ist rostfrei.

7. Der Rost lässt sich mit etwas Farbe auf den Gleisstäben sehr gut nachstellen. Geeignet hierfür ist eine Airbrush oder Pinsel mit feinen Borsten. Empfehlenswert ist das Farbset von Vallejo. Es enthält alle Farben, die man zur Alterung braucht. Achten Sie beim Anmalen darauf, die Oberseite der Gleise sauber zu halten. Die Farbe isoliert nämlich, wodurch die Räder oder der Schleifer keinen Strom mehr aufnehmen können.

Gleisdetails

Schritt 2: Die Züge

Was außerdem noch direkt ins Auge fällt, sind natürlich die Züge selbst. Vor allem Züge, die aus Plastik gefertigt sind wirken durch ihre glänzende Oberfläche schnell unrealistisch.

Eine einfache und schnelle Lösung ist das Anbringen von einer dünnen Lage mattem Klarlack. Vergessen Sie dabei nicht, die Scheiben und dergleichen abzukleben. Auch hier eignet sich eine Airbrush am besten, ist diese nicht zur Hand, können Sie das Ganze auch mit einem Pinsel vornehmen.

Das Altern der Züge ist je nach geografischer Lage unterschiedlich und hängt davon ab, welches Thema Sie versuchen nachzubauen.
So sehen Züge die durch die Wüste fahren, verblichen aus. Aber in Deutschland sieht man im Sommer vor allem Staub und Fliegen auf der Vorderseite der Züge. Zu einer Winterlandschaft passt ein eingeschneiter Führerstand und in einer städtischen Landschaft würde man vielleicht Graffiti auf den Zügen sehen:

Schiebeplanwagen mit Graffiti [PIKO 58362]
Beim Altern der Züge ist es wichtig, das Färben vorsichtig vorzunehmen. Versuchen Sie es mal mit etwas Staub- oder Ölflecken, die Sie mit einem Pinsel anbringen und experimentieren Sie, wie Sie das so realistisch wie möglich gestalten können.

Eine Airbrush kann hier praktisch sein, da sich einstellen lässt, wie dick die Farbe aufgetragen werden soll.
Am besten Sie versuchen sich erst auf einem Stück Pappe, bevor Sie das Altern an den Zügen vornehmen. Das Entfernen von Farbe ist manchmal ein schwieriges Unterfangen. Am besten gelingt es sofort und mit einem trockenen Tuch, wenn das Lösungsmittel der Farbe noch feucht ist. Verwenden Sie Farbe auf Wasserbasis, reicht ein feuchtes Tuch. Farbe auf Wasserbasis ist nämlich mit Wasser verdünnbar und demnach auch gänzlich mit Wasser zu entfernen.

Schritt 3: Gebäude

Es gibt verschiedene Arten ein Gebäude altern zu lassen. Man kann eine Airbrush verwenden oder bis ins Detail Verwitterung aufmalen, zum Beispiel mit wasserfesten Stiften.

Praxis-Tipp:

Um einem Gebäude schnell ein realistisches Aussehen zu geben, nehmen Sie Farbe auf Wasserbasis und verdünnen Sie diese stark, bis sie wie Limonade aussieht. Nehmen Sie einen Pinsel und beginnen Sie oben am Dach zu färben. Lassen Sie die Farbe wie Regen über die Dachziegel laufen. Da Sie sehr dünne Farbe verwenden, müssen Sie gut aufpassen und die überschüssige Farbe auffangen.

Beginnen Sie auf dem Dach mit einem hellen Weiß/Grau. So stellen Sie Ausbleichen durch die Sonne nach. Verwenden Sie danach stets dunklere Farben als zweite und dritte Schicht. Grün simuliert Moosentwicklung, Braun/Rot Rost in der Nähe von metallenen Schornsteinen und Regenrinnen.

Manchmal fließt die verdünnte Farbe nicht so gut. Eine Lösung hierfür ist ein Tröpfchen Abwaschmittel im Farbwasser. Es bricht die Oberflächenspannung des Wassers und macht es flüssiger.

Was für die Züge gilt, ist auch wichtig für die Gebäude! Testen Sie die Farbe erst auf einem Teststück. Verwenden Sie Farbe auf Wasserbasis, damit Sie eventuell noch Verbesserungen vornehmen können, bevor sie trocknet.

Jetzt haben Sie einen schönen Anfang, um weitere Details auszuschmücken. Zum Beispiel können Sie beginnen, Staubschichten anzubringen, Rußanschlag rund um Schornsteine, Rost auf stählernen Elementen und so weiter!

Beachten Sie auch, dass es weniger realistisch ist, ein Wohnhaus genau an der Bahnstrecke zu platzieren. In der Wirklichkeit stehen Wohnhäuser ein paar Meter, manchmal hunderte Meter, von den Gleisen entfernt. Grund dafür ist, dass die Bahnstrecken meistens in der Dampfepoche angelegt wurden und man verhindern wollte, dass die Häuser entlang der Gleise schon nach einer Woche schwarz waren vom Ruß aus den Schornsteinen der Lokomotiven.

Szenerie-Tipp: Wenn Sie im Gärtchen hinter dem Haus eine Wäscheleine spannen und Sie fahren Dampfloks, verpassen Sie der Wäsche dann ein paar schwarze Streifen und Flecken. Setzen Sie noch eine entmutigt dreinschauende Hausfrau mit weißer Schürze daneben und fertig ist die passende und durchaus realistische Szene!

Waschtag [Preiser 14050]

Schritt 4: Die Figuren

Sie haben noch keine Figuren auf Ihrer Modellbahnanlage? Fügen Sie welche hinzu, sie bringen Leben in die Modelllandschaft.

Wenn ausreichend Budget dafür vorhanden ist, ist es ratsam bereits fertig bemalte Figuren zu kaufen, anstatt unbemalte. Die Details der bemalten Figuren sind in vielen Fällen höher, als Sie es selbst aufmalen könnten.

Fügen Sie nicht zu viele Figuren hinzu – die Anlage ist kein Setzkasten! Achten Sie beim Platzieren auch wieder auf die Landschaft die Sie haben. In der Stadt laufen mehr Menschen herum als auf dem Land. Wählen Sie je nach Landschaft und Ort die dazu passende Aktivität der Figuren.

Sorgen Sie auch für konsequent durchgeführte Landschaftsdetails, indem Sie Figuren auswählen die von der Kleidung her in die Zeit und Saison auf Ihrer Modellbahn passen.

Schritt 5: Die Details

Der Schlüssel zum Erschaffen einer realistischen Modellbahn liegt wirklich in den kleinen Details.
Denken Sie hierbei an das Altern des Laternenpfahls oder das Anbringen einer Reklametafel – so wie es auch im Alltag zu finden wäre. Alle diese kleinen Feinheiten kommen dem großen Ganzen zugute.

Aber auch eine gute Balance zwischen Details und der natürlichen Landschaft ist wichtig. Das endlose Hinzufügen von Details kann eine Modellbahnanlage auch anstrengend machen. Achten Sie also immer auf Ausgeglichenheit.

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