Modellbahn Digital: Decoder

Es gibt mehrere Möglichkeiten die eigene Modelleisenbahn anzusteuern. Die klassische Variante ist die analoge Steuerung der Modelleisenbahn. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge wird dabei durch die Höhe der Gleisspannung beeinflusst. Für den Einstieg ist diese Form der Steuerung oftmals noch ausreichend.

Einführung in die digitale Modelleisenbahn

Mit wachsendem Fuhrpark und Komplexität der eigenen Anlage müssen bei analoger Fahrt jedoch Gleisbereiche aufwändig isoliert werden und große Schaltpulte gebaut werden, damit das Abstellen von Züge möglich ist. Des Weiteren bietet die digitale Steuerung viele weitere Funktionen wie z.B. Sound in Lokomotiven, Lichtfunktion auch im Stand und das gleichzeitige Befahren eines Gleises mit mehreren Lokomotiven. Nachdem wir kurz auf die Vorteile der digitalen Steuerung eingegangen sind, möchten wir Sie nun in die Welt der Decoder mitnehmen und einige Grundlagen vermitteln.

Funktionen des Decoders

Der Digitaldecoder in der Lok ist das Gegenstück zur Digitalzentrale. Während die Zentrale die Gleisspannung liefert und die Signale sendet, entschlüsselt der Decoder die codierten Signale. Die gesendeten Befehle werden durch den Decoder in der Lok in die entsprechenden Aktionen, wie Beschleunigen der Lokomotive oder das Ein- und Ausschalten von Lichtfunktionen, umgesetzt.
Der Decoder in der Lokomotive regelt also die Stromzufuhr zum Motor, die Beleuchtung und andere Stromverbraucher wie zum Beispiel: Raucherzeuger, Zusatzbeleuchtungen, Lautsprecher und Motoren für das Heben und Senken der Stromabnehmer.

Neben der Steuerung von Lokomotiven, können auch Signale, Weichen und Beleuchtungen mittels Funktionsdecoder gesteuert werden.

Digitaldecoder – Systeme

Die Anfänge der digitalen Modelleisenbahnen reichen in die 1980er Jahre zurück. Der bekannteste Digitalstandard ist der DCC Standard (Digital Command Control) der von der Firma Lenz für Märklin entwickelt wurde. Der Standard unterstützt bis zu 10.239 Lokadressen, wobei die meisten Zentralen nur 9.999 Lokadressen ansteuern können. Aktuell werden die Fahrstufen in 14, 28 und 128 unterteilt. Zu den Besonderheiten dieses Digitalstandards gehört die Rückmeldefähigkeit mittels Railcom und die Tatsache, dass das System immer abwärtskompatibel ist. Dies hat den Vorteil, dass alle alten Decoder und Geräte weiterhin verwendet werden können.

Andere verbreitete Systeme neben dem DCC Standard sind das Motorola System von Märklin, das seit 2004 als mfx Protokoll weiterentwickelt wurde und das Selectrix Protokoll.

Bei der Wahl eines Decoders ist darauf zu achten welcher Kommunikationsstandard am Ende auf der eigenen Anlage genutzt werden soll. Es gibt zwar Multiprotokolldecoder, diese kosten in der Regel jedoch einige Euro mehr.

Decoder Schnittstellen

Zu den bekannten Herstellern von Decodern für Modelleisenbahnen gehören: ESU, Lenz, Uhlenbrock, Märklin, Piko und Doehler&Haass. Die genannten Hersteller bieten eine große Auswahl an Digitaldecodern mit und ohne Soundfunktionen, für die bekannten Schnittstellen an.
Damit die Decoder auch ohne technische Fachkenntnisse eingebaut werden können, wurden einheitliche Normen geschaffen.

Die wichtigsten Schnittstellen sind in der untenstehenden Tabelle zusammengefasst.

Markteintritt Schnittstelle Funktionen
NEM 651 (6-polig) Stromaufnahme, Motor, Licht
NEM 652 (8-polig) Stromaufnahme, Motor, Licht, 1x Funktionsausgang
2005 NEM 660, auch 21MTC, MTX Stromaufnahme, 3-Phasen-Motor, Licht, 3x Funktionsausgang, 3x Hallsensor
2007 PluX8 (NEM 658) Stromaufnahme, Motor, Licht
2007 PluX 12 (NEM 658) Stromaufnahme, Motor, Licht, 2x Funktionsausgang, Lautsprecher
2007 PluX 16 (NEM 658) Stromaufnahme, Motor, Licht, 2x Funktionsausgang, Lautsprecher, SUSI-Signal
2007 PluX 22 (NEM 658) Stromaufnahme, Motor, Licht, 7x Funktionsausgang, Lautsprecher, SUSI-Signal
2011 Next18 (NEM 662) Stromaufnahme, Motor, Licht, 4x Funktionsausgang, Lautsprecher, Takt
2012 mtc14 Stromaufnahme, Motor, Licht, 2x Funktionsausgang, Lautsprecher, SUSI-Signal

Quelle: modellbau-wiki.de

Moderne Lokomotiven im Maßstab H0 haben heutzutage, aufgrund der zahlreichen Funktionen, oftmals eine PluX22 Schnittstelle. Die Schnittstelle hat neben einer Vielzahl an Ausgängen auch den Vorteil, dass keine Kabelverbindung besteht und der Decoder direkt auf die Schnittstelle gesetzt werden kann. Der Platz für den Decoder kann vom Hersteller also bereits bei der Modellkonstruktion berücksichtigt werden, sodass ein unkomplizierter Einbau im unsichtbaren Bereich der Lokomotive möglich ist.

Beim Einbau eines Decoders ist nicht nur die Schnittstelle entscheidend, sondern auch wie viel Strom der Motor der Lokomotive verbraucht. Besonders in kleinen H0 Lokomotiven ist oftmals wenig Platz für den Decoder, sodass Microdecoder aus dem Spur N Bereich zum Einsatz kommen. Hier muss jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass der Decoder nicht überlastet wird.

Decoder-Service bei MSL

Sollten Sie sich den Einbau Ihres Decoders nicht zutrauen, dann bieten wir Ihnen bei Neukauf einer Lokomotive in unserem Onlineshop einen entsprechenden kostenlosen Einbauservice durch unsere Experten an. Sie müssen lediglich den Decoder bezahlen. Gern spielen wir Ihnen auch einen Wunschsound auf Ihren Sounddecoder sofern der Sound vom Decoderhersteller angeboten wird.

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