Die Grundlagen der Decoder Programmierung

In diesem Beitrag möchten wir Ihnen die grundlegenden Aspekte der Decoder Programmierung vorstellen. Dazu zeigen wir kurz wie Einstellungen am Decoder vorgenommen werden und auf welche Art und Weise man die Programmierung vornehmen kann. Anschließend zeigen wir Ihnen die wichtigsten CVs und welche Auswirkungen die Einstellungen auf Ihre Lokomotive haben. Am Ende dieses Beitrages gibt es noch einen Ausblick auf zukünftige Beiträge zum Thema Decoder Programmierung.

Hinten: Ein Decoder mit klassischer 8-Pol Schnittstelle nach NEM 652. Vorne: Kabelloser Decoder passend für die Schnittstelle 21MTC nach NEM 660.

Wenn man sich mit dem Thema der Decoder-Programmierung beschäftigt, wird man schnell über den Begriff CV stolpern. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Begriff Configuration Variable. In diesen Variablen werden Daten gespeichert die dazu dienen, Einstellungen am Decoder vorzunehmen. Der Begriff CV ist der wichtigste Begriff bei der Decoder-Programmierung.

In die CVs werden sogenannte Bits mit Informationen geschrieben. 1 Bit ist die kleinste Einheit und kann nur die Zustände 0 und 1 annehmen. Ein Byte wiederum besteht aus 8 Bits und ergibt ein CV. Aus dieser Gegebenheit ergibt sich der Wertebereich für ein CV von 0-255. Je nach Decoder kann man auf mehrere hundert CVs zugreifen und damit das Verhalten des Decoders, und damit der Lok, beeinflussen.

Die CVs eines Decoders können mit Hilfe einer Digitalzentrale oder eines Programmiergerätes programmiert werden. Auch wenn die Oberflächen der Zentralen unterschiedlich aussehen, ist die Technik im Hintergrund immer dieselbe. Detaillierte Informationen zur Programmierung von Decodern können Sie auch der Anleitung Ihrer Zentrale entnehmen.

Decoder Hersteller

Die großen Decoder Hersteller bieten passende Programmiergeräte für die eigenen Decoder an. Die Geräte werden in der Regel per USB an einen Computer angeschlossen. Die Änderungen werden dann am Computer in einer Software vorgenommen und anschließend über die Programmierbox aufgespielt. Diese Technik ermöglicht es, bequem eine Vielzahl an Änderungen  vorzunehmen und Sounddecoder mit entsprechenden Dateien zu bespielen. Es ist sogar möglich eigene Sounds auf die Lokomotiven zu überspielen.

Im Folgenden sind die verfügbaren Geräte aufgelistet. Dabei ist zu beachten, dass nur die herstellereigenen Geräte dazu in der Lage sind Sound auf die eigenen Decoder aufzuspielen. Es ist bspw. nicht möglich einen Märklin Sounddecoder mit einem ESU LokProgrammer zu bespielen. Allgemeine Programmieränderungen auf CV Ebene sind jedoch wie an jeder anderen Zentrale möglich.

Decoder Hersteller

Hersteller
Artikel-Nummer
Zum Produkt
ESU53451
Märklin60971
Uhlenbrock31050
Doehler & HaasDH-Programmer

Für die Grundlagen der Decoder Programmierung ist die folgende Tabelle von enormer Bedeutung. Auch wenn die Programmieroberfläche je nach Zentrale unterschiedlich aussieht, ist die Zuordnung von grundlegenden CVs zu bestimmten Funktion bei jedem Decoder gleich:

CVNameBeschreibungWertebereich
1LokadresseLegt fest unter welcher Adresse die Lok zu erreichen ist1 – 127
(3 ab Werk)
2AnfahrspannungSteuert die Geschwindigkeit in Fahrstufe 11 – 255
3BeschleunigungszeitZeit die benötigt wird um aus dem Stand auf VMax zu beschleunigen0 – 255
4BremszeitZeit die benötigt wird um von VMax zum Stehen zu kommen0 – 255
5HöchstgeschwindigkeitLegt die maximale Geschwindigkeit fest0 – 255
6MittengeschwindigkeitRegelt die Geschwindigkeit die die Lok fahren soll, wenn der Regler nur halb aufgedreht ist.
Hier bietet es sich an die Hälfte der VMax einzustellen.
0 – 255
7VersionsnummerZeigt die installierte Softwareversion an
8WerkseinstellungenDieses CV wird vor allem wichtig, wenn man den Decoder auf Werkseinstellungen zurücksetzen will.
In diesem Fall muss CV 8 auf 8 gesetzt werden. Achtung es gibt Ausnahmen!

Mit den genannten CVs kann man die wichtigsten Einstellungen an einem Lokdecoder vornehmen. Die Angst etwas falsch zu machen ist in jedem Falle unberechtigt, da sich die Werkseinstellungen jederzeit wiederherstellen lassen.

Moderne Lokdecoder bieten neben der Beeinflussung des Fahrverhaltens auch weitreichende Steuerungsmöglichkeiten der Funktionsausgänge. Weitere Funktionen sind beispielsweise das Fahren in Doppeltraktion, das Zuweisen von Lichtfunktionen zu Funktionsausgängen, die Einstellung von Soundlautstärken usw. Die genannten Themen und weitere Möglichkeiten werden im Laufe der Zeit in diesem Blog genauer erläutert.

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