Anlagenvorstellung des Modellbahnclubs MECLU

In dieser Rubrik stellen wir diesmal den Stolz eines Schweizer Modellbahnclubs vor. MECLU steht für „Modelleisenbahnclub Laufen und Umgebung“ und wurde 1981 gegründet. Seitdem entwickelt sich der Verein stetig weiter und bietet seinen Mitgliedern und Unterstützern einen geselligen Treffpunkt, Austausch und einen Ort der Liebe zur Modelleisenbahn.

Im Interview erzählt Club-Präsident Olivier Pulfer noch mehr über den Verein und die Anlage:

Unser Verein wurde 1981 von fünf leidenschaftlichen Modelleisenbahner gegründet. Seit 2011 befindet sich der Club in den neuen Vereinslokalitäten in Breitenbach Solothurn (Schweiz).

Den Leuten fehlt es zu Hause oft an Platz oder den Mitteln eine Großanlage umzusetzen – im Verein fällt dies um einiges leichter. In der Gemeinschaft hat jedes Mitglied außerdem die Möglichkeit seinen Vorlieben im Anlagenbau nachzugehen.

Wöchentlich arbeiten bei uns im MECLU circa 10-15 aktive Mitglieder an der Anlage.

Das Logo des MECLU

Die Anlage des MECLU

Zum Zeitpunkt der Planung besaßen die meisten Mitglieder unseres Vereins Rollmaterial in Schmalspur H0m oder H0 Dreileiter. Aufgrund einer möglichen Anlagenfläche von 50m², haben wir uns dazu entschieden, beide Maßstäbe H0 und H0m zu vereinen. So entstand ein Anlageplan, welcher beiden Interessengruppe gerecht werden sollte und unseren Besuchern heute ein interessantes Bild bietet.

Anlagenplan für Schmalspur H0m und H0 Wechselstrom.
Der Bauplan der Vereinsanlage vereint zwei Interessengruppen.

Die Gleisplanung ist eine Eigenentwicklung, wobei einige der Haltepunkte wie Zwingen, Ems und Stuls der Realität entspringen und auf der Anlage maßstabsgetreu nachgebaut wurden.

Ein kleiner Teil der riesigen Anlage, an der gemeinsam etappenweise gebaut wird.
Ein kleiner Teil der riesigen Anlage, an der gemeinsam etappenweise gebaut wird.

Eine weitere Besonderheit ist das Landwasserviadukt, welches aus Gips hergestellt wurde. Die Gebäude und Bahnbauten sind ebenfalls aus Gipsformen oder Holzteilen entstanden.

Das Landwasserviadukt aus Gips ist eine weitere Besonderheit der Anlage.
Das Landwasserviadukt hergestellt aus Gips.

Rollmaterial des MECLU

Aufgrund der lokalen Verwurzelung, wird auf der Anlage überwiegend Material der Epochen III – V der Bahngesellschaft SBB gefahren. Auf den Schmalspurstrecken verkehren zum Beispiel Kompositionen der Bahngesellschaften FO (FurkaOberalp), sowie RHB (RhätischeBahn).

Der Verein besitzt eigenes Fahrmaterial, welches von sämtlichen Herstellern und verschiedenen Epochen kommt. Unsere erste Anlage wurde mit Gleichstrom betrieben und somit haben wir für die neue Anlage derzeit nur wenig Fahrmaterial in Wechselstrom.
Im Schmalspurbereich besitzen wir dafür bereits eine größere Sammlung Fahrmaterial von der Rhätischen Bahn sowie der Furka-Oberlalp-Bahn. Diese konnten wir Dank dem Modellbahnshop-Lippe kürzlich zu günstigen Konditionen digitalisieren, waren doch weit über 40 Decoder der Firma Bemo notwendig. Bei dieser Menge an Decodern möchten wir gerne die einfache und schnelle Umtauschpolitik von MSL erwähnen: von den gelieferten Decodern war eine handvoll nicht voll funktionstüchtig, welche problemlos getauscht werden konnten!

Der Verein wird in Zukunft seine Sammlung umstrukturieren und sich auf Zugkompositionen der schweizerischen Bundesbahn fokussieren.
Ein Blick in die Vitrine des Vereins.

Der Verein wird in Zukunft seine Sammlung umstrukturieren und sich auf Zugkompositionen der schweizerischen Bundesbahn fokussieren.

Trotzdem möchten wir den Mitgliedern bei Veranstaltungen und Fahrabenden die Möglichkeit geben, ihr eigenes Material zu fahren. Die verschiedenen Vorlieben tragen immer wieder zu interessanten Diskussionen im Vereinsleben bei.

Wann schätzen Sie die Fertigstellung?

Für die komplette Fertigstellung der Anlage gibt es kein festes Datum, jedoch arbeiten wir immer etappenweise daran, gewisse Elemente fertigzustellen. Aber eigentlich ist sich doch jeder Modelleisenbahner bewusst, dass eine Anlage nie fertig wird, oder?

Auch wenn es noch viel zu tun gibt: das kleine Bergdorf weist schon viele schöne Details auf.
Auch wenn es noch viel zu tun gibt: das kleine Bergdorf weist schon viele schöne Details auf.

Digitalsteuerung auf der Anlage des MECLU

Auf unserer Anlage fahren wir mit dem Digitalsystem von Zimo. Die Digitalzentrale ist eine Zimo MX1 model2000. Der Grund der Entscheidung für diesen Hersteller war eher pragmatisch: wir hatten noch eine Zentrale und diverse Weichenansteuerungen von unserem Umzug vom ehemaligen Standort übrig.
Wir sind mit diesem System, trotz der etwas höheren Anschaffungskosten, vollkommen zufrieden! Im Betrieb erweist es sich als sehr robust und in Kombination mit der PC-Ansteuerung als außerordentlich zuverlässig. Am Anfang bereitete uns jedoch die Ansteuerung über die serielle Schnittstelle etwas Mühe, da die heutigen Computer meist nicht mehr über diesen Anschluss verfügen. Daher haben wir diesen über einen USB-Adapter an den Computer angeschlossen, wobei zuerst durch Ausprobieren die verschiedenen Parameter, wie Geschwindigkeit und Paketgröße korrekt eingestellt werden mussten. Anschließend lief das System ohne Probleme.

Die H0 und die H0m Anlagen werden über zwei getrennte Computer gesteuert.

Weichen auf der Anlage des MECLU

Die Ansteuerung der Weichen läuft auch über das Zimo System. Da benutzen wir die Magnetartikel Decoder MX8, welche über CanBus mit der Zentrale MX1 verbunden sind.

Gleisbesetzmeldung

Für die Rückmeldung haben wir auf das System von Littfinsky mit dem modularen S88 Bus gesetzt. Die Module sind robust, einfach anzuschließen und kostengünstig in der Beschaffung.

Steuerungssoftware

Zur automatischen Steuerung der Modelleisenbahnanlage, haben wir auf unseren Computern die Software TrainController von Freiwald in der Version Silber installiert. Wirklich super an diesem Programm ist der intuitive und logische Aufbau und die große Auswahl an Digitalsystemen. Daher haben wir auch keine Probleme bei der Zusammenarbeit mit Systemen von verschiedenen Herstellern.

Zur automatischen Steuerung der Modelleisenbahnanlage, haben wir auf unseren Computern die Software TrainController von Freiwald in der Version Silber installiert.
Ein Blick auf das digitale Stellwerk.

Was fehlt noch auf der Anlage?

Wir sind stolz, dass bereits der komplette Unterbau der Anlage fertiggestellt ist und alle Gleise verlegt sind. Zum größten Teil fehlen vor allem noch Landschaft, Wälder, Dörfer, Straßen, Signale und Beleuchtung.

Zudem bemühen wir uns stetig, unser Rollmaterial zu erneuern und auszutauschen.

Wie lange hat der Bau der Anlage bis jetzt gedauert?

An unserem Standort sind wir nun seit 8 Jahren. Am Anfang nahm die Renovierung der Räumlichkeiten viel Zeit in Anspruch, bis daraus ein gemütliches Clublokal mit Wirtschaft, Küche, Werkstatt und Anlage entstand. Der erste Zug rollte ca. 3 Jahre nach Einzug über die Anlage.

Budget

Als Verein haben wir immer ein jährliches Budget, welches individuell den zu erwarteten Ausgaben angepasst wird. Am Anfang waren das natürlich größere Ausgaben im Bereich Anlagenunterbau, welcher sich nach und nach in Richtung Gleismaterial und Digitaltechnik verschoben hat. Momentan liegt der Fokus in der Landschaftsgestaltung und Aufbau eines Faller-Car-Systems. Auf der kleinen sowie auf der großen Anlage entwickeln sich die Kosten meistens nach oben. Aber dies war bei uns schon immer wieder der Fall, da man besonders kleinere Details qualitativ optimal umsetzen möchte.

Was ist die größte Herausforderung beim Bau?

Da es sich um eine Vereinsanlage handelt, ist eine der größten Herausforderungen immer wieder, einen gemeinsamen Nenner unter allen Vereinsmitgliedern zu finden. Jedes Mitglied hat seine eigenen Wünsche und Vorstellung bezüglich der Modellbahnanlage, die es zu berücksichtigen gilt. Das erfordert immer wieder Absprachen und Sitzungen mit allen Mitgliedern, um das weitere Vorgehen zu besprechen – aber genau das macht das Vereinsleben aus: der Austausch mit den Mitgliedern!
Befindet sich die Anlage in einem befahrbaren Rohbau, muss zum Beispiel auch immer erst ein Kompromiss zwischen Fahren und Bauen gefunden werden. Es sollte darauf geachtet werden, dass weder das Fahren noch das Bauen zu kurz kommt.

Wir bedanken uns bei Olivier Pulfer und dem Verein MECLU für die Darstellung und interessanten Impressionen!

In der Galerie finden Sie noch weiteres Bildmaterial:

Am Bahnhof Zwingen

Afbeelding 1 van 22

Liliput Regio S-Bahn Basel vorbildgetreue Zugkomposition mit daneben Roco Elephant.


Besuchen Sie den Verein auf Facebook und verpassen Sie keinen Baufortschritt auf der Anlage! Auch auf der Internsetseite des Vereins können Sie den Anlagenbau verfolgen, im Archiv stöbern oder auf YouTube bewegte Impressionen erhalten.

Aktuell bei MECLU: der Verein sucht Mitglieder!

Modellbahnclubs sind der Beweis dafür, dass das Hobby auch zusammen mit anderen Spaß machen kann! Gründe für eine Mitgliedschaft gibt es auch genügend und die Vorteile liegen auf der Hand: hier kann jeder seiner Leidenschaft nachgehen und seine individuellen Fähigkeiten einbringen.

Der MECLU sucht derzeit aktiv nach neuen Mitgliedern und lädt regelmäßig zu Club-Abenden ein. Alle Infos & Kontaktdaten gibt es auf www.meclu1981.ch !

Ein Vereinsjahr im MECLU

Der Modelleisenbahn Club Laufen und Umgebung bietet seinen Besuchern und passiven Mitgliedern alle 6 Wochen einen Fahrabend mit Nachtessen.
An diesem Abend werden clubeigene, sowie mitgebrachte Lokomotiven gefahren und Weichenmotoren, sowie Schienen in Bewegung gebracht. Denn lange Pausen sind für das Material nicht von Vorteil und Lokomotiven sollten regelmäßig bewegt werden. Für das leibliche Wohl wird an diesen Abenden gesorgt und man hat sogar die Möglichkeit ein 3-Gänge Menü zu genießen! An einem Fahrabend beim MECLU kommen rege Diskussionen und gemütliches Beisammen sein nicht zu kurz.

Zweimal im Jahr organisiert der MECLU einen sogenannten „Steakplausch“, sowie einen Morgen-Brunch für bis zu 40 Gäste. Diese Gäste haben die Möglichkeit im kleineren Rahmen über längere Zeit die Vereinsanlage zu besuchen oder auch einmal selbst den Fahrregler in die Hand zu nehmen. Dazu wird mit einem Buffet für das leibliche Wohl gesorgt. Diese Events bilden für den Verein eine wichtige Einnahmequelle, um dieses schöne Hobby betreiben zu können.

Zusätzlich finden zum Sommeranfang jeweils zwei Tage der offenen Tür statt und vor Weihnachten jeweils am Samstag ein Tag der Modelleisenbahn, an denen der Club ohne Anmeldung zugänglich ist.

Der MECLU ist davon überzeugt, dass der Nachwuchs eine große Rolle für das Modellbahnhobby spielt und strebt für 2020 Kooperationen mit Kindertagesstätten an, welche den Verein besuchen können.
Die Begeisterung und Faszination für Modelleisenbahn kann bereits in jungen Jahren entfacht werden. Dafür möchte sich der Verein mit diesem Angebot einsetzen. Hochstühle und Hocker im Anlagenbereich, sowie eine kindersichere Spielanlage stellt der MECLU seinen kleinen Besuchern zur Verfügung.

Ein- bis zweimal pro Jahr organisiert der MECLU einen Clubausflug mit Bezug zur großen oder kleinen Eisenbahn. In diesem Jahr wurden zum Beispiel zwei andere Modelleisenbahnvereine und die Modelleisenbahnaustellung „Smilestone“ besucht.

Das Vereinsjahr ist abwechslungsreich gestaltet und soll den internen und externen Bedürfnissen gerecht werden. Dies gelingt dem Verein mit Erfolg, seit fast 40 Jahren!

Ihre Anlagenvorstellung oder Vereinsvorstellung hier!

Alle bisher erschienenen Anlagenvorstellungen finden Sie in der Kategorie Modellbahnanlagen oder direkt als Menüpunkt, oben auf der Startseite!

Sie möchten Ihre Modelleisenbahn oder Ihren Verein ebenfalls im Blog vorstellen? Dann bewerben Sie sich mit aussagekräftigen Fotos und Videos unter: blog@modellbahnshop-lippe.com

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